LinkedIn-Kosten: Was Premium, Sales Navigator, Stellenanzeigen und Werbung kosten

LinkedIn-Kosten: Was Premium, Sales Navigator, Stellenanzeigen und Werbung kosten

Die Grundfunktionen von LinkedIn sind kostenlos: ein persönliches Profil, eine Unternehmensseite und Beiträge im Feed. Geld kostet LinkedIn erst, wenn ein Unternehmen mehr Reichweite, mehr Suchfunktionen oder mehr Kontakte außerhalb des eigenen Netzwerks braucht. Dafür gibt es vier Kostenblöcke: Premium-Abos, den Sales Navigator für den Vertrieb, Recruiting-Werkzeuge mit Stellenanzeigen und bezahlte Werbung.

Dieser Ratgeber zeigt, was jeder Block kostet, wie LinkedIn abrechnet und worauf Unternehmen bei Rechnung und Umsatzsteuer achten sollten. Wie LinkedIn im Zusammenspiel mit anderen Netzwerken wirkt, beschreibt der Beitrag über Social-Media-Marketing zwischen Community und Algorithmus.

Was ist bei LinkedIn kostenlos?

Kostenlos sind das persönliche Profil, das Vernetzen, das Veröffentlichen von Beiträgen und die Unternehmensseite. Wer nur sichtbar sein und Inhalte teilen will, zahlt nichts.

Die häufig gestellten Fragen zu Unternehmensseiten beantworten die Kostenfrage ohne Einschränkung: Das Erstellen einer Unternehmensseite ist kostenlos. Für viele Firmen ist sie der Einstieg. Nach einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2025 unter 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten haben 36 Prozent ein Profil auf LinkedIn, insgesamt verfügen 80 Prozent über mindestens ein Profil in einem sozialen Netzwerk.

Auch eine erste Stellenanzeige ist ohne Kosten möglich, allerdings mit engen Grenzen. Laut der LinkedIn-Hilfe zu kostenlosen Stellenanzeigen bleibt eine solche Anzeige bis zu 14 Tage aktiv, jedes Mitglied kann jeweils nur eine aktive kostenlose Anzeige schalten, und die Zahl der Bewerbungen ist gedeckelt, in der Regel auf 10 bis 30 je Stelle. Außerdem muss die Anzeige mit einer Unternehmensseite verknüpft sein. Für eine einzelne Stelle in einem kleinen Betrieb reicht das oft. Wer regelmäßig sucht, stößt schnell an diese Grenzen.

Welche Premium-Abos gibt es und was kosten sie?

LinkedIn bietet für Einzelpersonen und kleine Unternehmen vier Premium-Varianten an. Die Preise reichen nach den offiziellen Produktseiten von knapp 15 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung bis rund 100 Euro im Monat bei monatlicher Zahlung.

AboMonatlichJährlichGedacht für
Premium Career29,98 €179,88 €Jobsuche und berufliche Entwicklung
Premium Business52,49 €407,88 €Selbstständige und kleine Unternehmen
Premium All-in-One66,99 €683,88 €Kleine Firmen mit Recruiting und Werbung
Premium Company Page99,99 €839,89 €Unternehmensseiten mit Zusatzfunktionen

Die Beträge stammen von den Produktseiten zu Premium Career, Premium Business, Premium All-in-One und Premium Company Page. Stand der Beträge ist Oktober 2026. LinkedIn bezeichnet sie dort ausdrücklich als Schätzungen, die Mehrwertsteuer und Rabattaktionen unter Umständen nicht enthalten. Den verbindlichen Preis sieht erst, wer im eigenen Konto ein Abo auswählt. Die Jahreszahlung ist deutlich günstiger: Bei Premium Business entspricht sie rund 34 Euro im Monat statt 52,49 Euro.

Die Abos unterscheiden sich vor allem bei den InMail-Nachrichten, mit denen sich Personen außerhalb des eigenen Netzwerks direkt anschreiben lassen. Career enthält 5 InMails im Monat, Business 15 und All-in-One 30. Business bietet zusätzlich eine unbegrenzte Personensuche. Nach der Hilfeseite zu Premium All-in-One kommen dort monatliche Guthaben für Stellenanzeigen und Werbung hinzu, die LinkedIn je nach Land anpasst. Den Sales Navigator enthält All-in-One ausdrücklich nicht.

Smartphone mit geöffneter LinkedIn-App liegt auf orangefarbenem Hintergrund

Vor dem Abschluss lohnt ein Blick auf die Testphase. Die Hilfe zum kostenlosen Premium-Test nennt drei Bedingungen: Nicht jedes Mitglied ist berechtigt, die Dauer hängt von Region und Aktion ab, und eine gültige Kreditkarte ist Pflicht. Wer vor dem Ende nicht kündigt, wird automatisch in den bezahlten Tarif übernommen. Ein Kalendereintrag zwei Tage vor Ablauf spart deshalb unnötige Kosten.

Wann lohnt sich der Sales Navigator?

Der Sales Navigator lohnt sich, wenn ein Unternehmen gezielt neue Geschäftskunden auf LinkedIn sucht und diese Arbeit regelmäßig macht. Für gelegentliche Kontaktpflege reicht Premium Business, für systematische Akquise mit Lead-Listen und Filtern ist der Sales Navigator gebaut.

Laut Planvergleich von LinkedIn kostet das Paket Core 120,99 Euro im Monat oder 1.088,88 Euro im Jahr, Advanced 148,21 Euro im Monat oder 1.693,88 Euro im Jahr. Auch hier gilt der Hinweis, dass Umsatzsteuer und Aktionen nicht enthalten sein können. Für Advanced Plus nennt LinkedIn keinen Preis, sondern bietet eine Demo mit individuellem Angebot an.

Die Pakete richten sich an unterschiedliche Teams. Core ist für einzelne Vertriebsmitarbeiter gedacht. Advanced ergänzt die zentrale Verwaltung von Lizenzen und Abrechnung für Vertriebsteams. Advanced Plus richtet sich an Teams, die den Sales Navigator mit ihrem CRM-System verbinden wollen, etwa mit Salesforce, HubSpot oder Microsoft Dynamics. Wer diese Verknüpfung nicht braucht, zahlt mit Advanced Plus für Funktionen, die ungenutzt bleiben. Die Kosten rechnen sich nur, wenn aus den Kontakten tatsächlich Gespräche werden. Hilfreich ist deshalb, vorab festzulegen, wie viele qualifizierte Termine im Quartal entstehen sollen, und den Sales Navigator nach drei Monaten an dieser Zahl zu messen.

Was kosten Stellenanzeigen und der LinkedIn Recruiter?

Gesponserte Stellenanzeigen werden pro Klick abgerechnet, und das Unternehmen legt das Budget selbst fest. Für die aktive Suche nach Kandidaten gibt es Recruiter Lite und den vollen Recruiter, dessen Preis nur über den Vertrieb zu erfahren ist.

Die Hilfe zu gesponserten Stellenanzeigen beschreibt zwei Budgetarten. Mit einem durchschnittlichen Tagesbudget läuft die Anzeige bis zu sechs Monate, mit einem Gesamtbudget so lange, bis der Betrag verbraucht ist. In beiden Fällen zahlt das Unternehmen nicht mehr als das festgelegte Budget, und es werden nur Klicks aus dem Land berechnet, in dem die Anzeige geschaltet ist. Laut den Fragen zur Abrechnung pro Klick belastet LinkedIn das Konto alle 30 Tage, bei einem offenen Betrag ab 500 US-Dollar schon innerhalb von 24 Stunden. Einen festen Klickpreis nennt LinkedIn nicht.

Zwei Personen planen am Schreibtisch mit Laptop und Notizen das Vertriebswachstum

Für die direkte Ansprache von Kandidaten unterscheiden sich die beiden Recruiter-Varianten deutlich. Nach der Hilfeseite zum Vergleich der Recruiter-Produkte erreicht Recruiter Lite Profile bis zu Kontakten dritten Grades, bietet mehr als 20 erweiterte Suchfilter und 30 InMails im Monat. Der volle Recruiter öffnet das gesamte Netzwerk, hat mehr als 40 Filter und 150 InMails je Lizenz und Monat. LinkedIn empfiehlt ihn für mittlere und große Unternehmen. Für kleine Betriebe mit wenigen Stellen im Jahr sind gesponserte Anzeigen meist der günstigere Weg.

Wie wird Werbung auf LinkedIn abgerechnet?

LinkedIn-Werbung läuft über eine Auktion, und abgerechnet wird je nach Einstellung pro tausend Impressionen, pro Klick, pro Videoaufruf oder pro versendeter Nachricht. Der Einstieg liegt bei einem Tagesbudget von 10 US-Dollar.

Die Hilfe zu Gebotsstrategien unterscheidet drei Varianten: maximale Verbreitung, Kostenobergrenze und manuelles Gebot. Bei maximaler Verbreitung setzt LinkedIn die Gebote selbst und rechnet nach Impressionen ab. Beim manuellen Gebot kann die Abrechnung je nach Kampagnenziel auch nach Klicks, Videoaufrufen oder versendeten Nachrichten erfolgen. Laut der Übersicht zur Budgetplanung liegt das Mindestbudget bei 10 US-Dollar pro Tag für jedes Anzeigenformat und bei 100 US-Dollar Laufzeitbudget für neue Kampagnen.

Diese Mindestwerte sagen wenig darüber, was eine wirksame Kampagne kostet. Bei einer kleinen B2B-Zielgruppe steigen die Preise in der Auktion, weil viele Werbetreibende um dieselben Entscheider konkurrieren. Sinnvoll ist ein Testbudget über zwei bis vier Wochen, dessen Ergebnis an Anfragen gemessen wird, nicht an Klicks. Wie Ziele, Kanäle und Erfolgsmessung einer Kampagne zusammenhängen, erklärt der Beitrag über den Aufbau von Marketing-Kampagnen.

Was gilt bei Rechnung und Umsatzsteuer?

Unternehmen in Deutschland schließen ihren Vertrag in der Regel mit LinkedIn Ireland. Wer eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinterlegt, erhält eine Rechnung ohne Umsatzsteuer und muss die Steuer selbst anmelden.

Die Nutzervereinbarung von LinkedIn nennt für Mitglieder in den sogenannten Designated Countries, zu denen die EU-Staaten gehören, die LinkedIn Ireland Unlimited Company als Vertragspartner. In der Hilfe zur Mehrwertsteuer erklärt LinkedIn, dass für Mitglieder in der EU außerhalb Irlands keine Mehrwertsteuer berechnet wird, wenn eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vorliegt. Ohne Nummer berechnet LinkedIn die Steuer des jeweiligen Mitgliedstaats.

Mit Nummer greift das Reverse-Charge-Verfahren. Der Leistungsort einer Dienstleistung an ein Unternehmen liegt nach § 3a Absatz 2 UStG dort, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt. Nach § 13b UStG schuldet dann der unternehmerische Leistungsempfänger die Steuer. Wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann sie nach § 15 Absatz 1 UStG als Vorsteuer wieder abziehen, im Ergebnis entsteht also keine Belastung. Nach demselben Verfahren werden auch Gebühren anderer EU-Plattformen behandelt, wie der Beitrag über Marktplatzgebühren in der E-Commerce-Buchhaltung zeigt. Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug zahlen die Steuer dagegen tatsächlich. Ertragsteuerlich gilt: Betriebsausgaben sind nach § 4 Absatz 4 EStG die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Ein betrieblich genutztes Abo gehört dazu. Bei einem gemischt genutzten Career-Abo ist das im Einzelfall mit der Steuerberatung zu klären.

Fazit: LinkedIn-Kosten richten sich nach dem Zweck, nicht nach dem Paketnamen

Für Sichtbarkeit genügt LinkedIn ohne Kosten. Ein Premium-Abo lohnt sich, wenn regelmäßig Personen außerhalb des Netzwerks angeschrieben werden, der Sales Navigator erst bei systematischer Akquise. Beim Recruiting entscheidet die Zahl der Stellen, ob gesponserte Anzeigen oder ein Recruiter-Zugang günstiger sind. Werbung beginnt bei 10 US-Dollar am Tag, braucht für belastbare Ergebnisse aber mehr Budget und klare Ziele.

Prüfen Sie vor jeder Buchung den Preis im eigenen Konto, wählen Sie bei längerer Nutzung die Jahreszahlung und hinterlegen Sie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, bevor die erste Rechnung entsteht. Messen Sie jedes bezahlte Paket nach drei Monaten an Gesprächen, Bewerbungen oder Anfragen. Was dieses Ziel nicht erreicht, lässt sich kündigen, bevor es teuer wird.

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